Die richtige Ernährung für Hamster – so geht´s

Hamsterfutter Die kleinen niedlichen Hamster wickeln auf jeden Fall den einen oder anderen mit ihren kleinen braunen Knopfaugen um den Finger und werden heutzutage gerne als Haustiere gehalten. Diese kleinen Nagetiere sind jedoch recht anspruchsvoll in ihrer Haltung, was bedeutet, dass sich Halter auf jeden Fall darüber bewusst sein sollten, dass einiges an Arbeit auf sie zukommt. Dazu gehört nicht nur die Pflege der Tiere sowie das Reinigen des Käfigs, die passende Einrichtung und ab uns zu etwas Auslauf. Auch die Ernährung sollte bis ins kleinste Detail durchgeplant werden. Da der Hamster in seiner Heimat einen besonders abwechslungsreichen Speiseplan hat, ist die Ernährung somit sehr umfangreich. Auf was es diesbezüglich ankommt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Trockenfutter für Hamster

Das Hamster Trockenfutter bildet den wohl wichtigsten Bestandteil in der Hamsterernährung. Ein erwachsenes Tier benötigt ca. zwei Teelöffel bzw. einen Esslöffel Trockenfutter am Tag. Hier sollten Sie bezüglich der Dosierung schauen, wie viel Ihr Liebling wirklich braucht. Wenn am nächsten Tag zu viel Futter übrig geblieben ist, so kann die Portion ein wenig reduziert werden. Ist alles komplett aufgefressen, so können Sie beim nächsten Mal etwas mehr Futter geben. Da Hamster Futter gerne bunkern und das auch wichtig für den Erhalt der natürlichen Instinkte ist, sollten Sie ihn das auch tun lassen. Nur zu große Vorräte sollten Sie vermeiden. Hamster, die sich ein kleines Futterdepot anlegen dürfen, fühlen sich in der Regel jedoch wesentlich sicherer in ihrem neuen Zuhause.

Das sollte in einem Trockenfutter für Hamster enthalten sein

Getreide

Getreide sollte den größten Bestandteil in der Trockenernährung von Hamstern spielen und daher stets schon ausgewogen sein. Folgende Getreidearten können Sie Ihren Hamstern geben:

  • Haferflocken
  • Haferkörner
  • Weizenkörner
  • Weizenflocken
  • Hirse
  • Gerste
  • Roggen
  • Kamut
  • Emmerweizen
  • Kolbenhirse
  • Buchweizen
  • Amarant
  • Grüner Hafer

Kleinsämereien

Kleinsämereien sind ebenfalls sehr wichtig und bieten den Tieren viele wichtige Vitamine, Mineralien sowie tolle weitere Nährstoffe. Folgende Sämereien können gefüttert werden:

  • Kardi
  • Leinsaat
  • Negersaat
  • Chiasamen
  • Hanf
  • Mohn
  • Sesam
  • Leindotter
  • Hirsenarten
  • Dill
  • Petersilie
  • Luzerne
  • Gänseblümchensamen
  • Unterschiedliche Grassamen

Trockenes Gemüse und Früchte

Mit getrocknetem Gemüse und Früchten kann man den Speiseplan erweitern und den Nagetieren eine tolle Abwechslung bieten. Wichtig ist es bei den Früchten jedoch, dass man immer nur ein kleines Stück in der Woche gibt und es auf keinen Fall übertreibt. Folgende Früchte und Gemüsesorten können Sie Ihrem Hamster geben:

  • Rote Beete
  • Sellerie
  • Möhren
  • Kohlrabi
  • Fenchel
  • Äpfel
  • Birnen
  • Hagebutten

Getrocknete Kräuter

Getrocknete Kräuter sollten in kleinen Mengen ebenfalls im Trockenfutter enthalten sein und können auch problemlos selber angebaut und anschließend getrocknet werden. Diese getrockneten Kräuter werden von Hamstern besonders gut vertragen:

  • Brennnesselkraut
  • Dill
  • Gänseblümchen
  • Grüner Hafer
  • Kamille
  • Löwenzahnwurzel
  • Haselnussblätter
  • Melisse
  • Petersilie
  • Schafgarbe
  • Sonnenblumenblüten
  • Vogelmiere
  • Brombeerblätter
  • Hirtentäschelkraut
  • Pfefferminzblätter

Nüsse und Kerne

Hamster lieben verschiedene Nussarten und Kerne. Sie sollten jedoch nur sehr selten als kleines Leckerchen für zwischendurch gegeben werden. Das vor allem, weil die einzelnen Nüsse und Kerne oftmals sehr fetthaltig sind und die kleinen Hamster davon zu dick werden können. Experten raten dazu, nicht mehr als eine viertel Nuss oder einen Kern alle zwei bis drei Tage zu verfüttern. Diese Nüsse und Kerne können Sie verfüttern:

  • Sonnenblumenkerne
  • Erdnüsse
  • Pinienkerne
  • Macadamia
  • Walnüsse
  • Kürbiskerne
  • Sonnenblumenkerne

Insekten

Insekten gehören ebenfalls mit auf den Speiseplan von Hamstern, da es sich hierbei nicht um reine Vegetarier handelt. Sie brauchen das tierische Eiweiß, um weiterhin gesund zu bleiben. Hier kommen vor allem folgende getrocknete Insekten in Frage:

  • Mehlwürmer
  • Bachflohkrebse
  • Heimchen
  • Grillen

Grünfutter

Hamster brauchen ebenfalls immer mal wieder Grünfutter. Dieses enthält sehr viele Vitamine und Mineralien, sodass es für die Gesundheit eine große Rolle spielt. Unter das Grünfutter fallen alle grünen Pflanzenteile. Diese können sowohl in einzelnen Läden gekauft als auch in der freien Natur gesammelt werden. Wichtig ist es dabei jedoch, darauf zu achten, dass die Umgebung stets schön sauber ist. Zudem sollten die einzelnen Pflanzenteile nicht an stark befahrenen Straßen gesammelt werden. Auch Felder, die eventuell durch den Bauern mit Pestiziden besprüht werden könnten, sollten vermieden werden. Wichtig ist es, das Grünfutter nur in kleinen Mengen zu verfüttert, da dies vor allem zu Anfang schnell zu Durchfall kann. Sie können unter anderem folgende grünen Pflanzenteile an Ihren Hamster verfüttert:

  • Löwenzahn
  • Kohldistel
  • Petersilie
  • Dill
  • Melissa
  • Sonnenblumen
  • Gänseblümchen
  • Unterschiedliche Gräser wie Kammgras
  • Möhrenkraut
  • Fenchelgrün
  • Blätter vom Kohlrabi

Folgende Pflanzen werden von Hamstern nicht besonders vertragen:

  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Bohnen
  • Kartoffeln
  • Klee
  • Unterschiedliche Kohlarten wie Weißkohl oder Rotkohl und Rosenkohl
  • Aubergine
  • Avocado
  • Zwiebelgewächse wie Porree, Knoblauch, Zwiebeln
  • Papaya
  • Radieschen

Diese Pflanzen sind für Ihren Hamster giftig:

  • Agave
  • Aloe vera
  • Aronstab
  • Bärenklau
  • Bärlauch
  • Bilsenkraut
  • Bohnen
  • Buchsbaum
  • Christrose
  • Efeu
  • Eibengewächse
  • Eisenhut
  • Essigbaum
  • Farne
  • Fingerhut
  • Geranien
  • Ginster
  • Hahnenfuß
  • Heckenkirsche
  • Holunder
  • Hyazinthe
  • Kalla
  • Kartoffelkraut
  • Kirschlorbeer
  • Lebensbaum
  • Lilien
  • Maiglöckchen
  • Mistel
  • Narzisse
  • Osterglocke
  • Primel
  • Sauerklee
  • Schierling
  • Schneeglöckchen
  • Sommerflieder
  • Stechapfel
  • Trollkirsche

Gemüse

Gemüse sollte auf dem Speiseplan eines Hamsters ebenfalls auf keinen Fall fehlen. Sie können Ihrem Liebling ein Mal am Tag eine kleine Portion Gemüse reichen. Diese Portion sollte so dosiert sein, dass sie schnell aufgefuttert wird. Vor dem Füttern sollte alles dringend gründlich abgewaschen werden. Wichtig ist es, dass die Kleinen das Futter nicht bunkern, da es schnell schimmeln kann. Sollte Ihr Liebling das trotzdem machen, so müssen Sie ihm das Gemüse nach dem Aufstehen wieder wegnehmen. Füttern können Sie zum Beispiel eine dünne Scheibe Gurke oder aber ein fingernagelgroßes Stück Paprika sowie eine kleine Scheibe Möhre. Auch wenn die meisten Hamster das Gemüse nicht direkt von Anfang an mögen, greifen sie nach einiger Zeit doch beherzt zu.

Folgendes frisches Gemüse können Sie Ihrem Liebling reichen:

  • Paprika
  • Mais + Maisblätter
  • Möhren
  • Fenchel
  • Gurke
  • Brokkoli
  • Sellerie
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Feldsalat
  • Eisbergsalat
  • Kopfsalat

Obst

Obst ist sehr zuckerhaltig und da die kleinen Nager keinen großen Bedarf an Zucker haben, ist es wichtig, Obst nur einmal in der Woche zu füttern. Der Zucker könnte von den niedlichen Nagetieren nicht verarbeitet werden, was im Anschluss zu Übergewicht oder sogar zu einer ernährungsbedingten Diabetes führen würde. Bitte füttern Sie kein Steinobst, da dieses schnell zu Blähungen und Durchfall führen kann. Auch von exotischen Früchten ist auf jeden Fall abzuraten.

Folgendes Obst können Sie an Ihre Hamster verfüttern:

  • Tomaten
  • Äpfel
  • Weintrauben (ohne Kern)
  • Kiwi
  • Melone
  • Birnen
  • Frische Beeren (bitte nicht mehr als eine Beere)
  • Erdbeeren (bitte nicht mehr als ¼ Erdbeere)

Die tierische Nahrung für Hamster

Die tierische Nahrung spielt für Hamster eine sehr wichtige Rolle, da es sich bei den kleinen Tierchen um keine reinen Vegetarier handelt. Hamster sind Jäger und ernähren sich in den warmen Monaten zum Beispiel vor allem von Insekten sowie ebenfalls von kleinen Säugern. Sie sollten Ihrem Hamster drei bis vier Mal in der Woche tierische Nahrung reichen, wobei diese am besten direkt aus der Hand gegeben werden sollten.

Geeignet sind zum Beispiel Mehlwürmer. Sie haben einen hohen Fettanteil und sehr viele Vitamine. Diese können Sie ebenfalls selber zu Hause halten, da die Haltung der kleinen Tiere sehr einfach ist. Sollte Ihr Hamster in einem Terrarium oder in einem Aquarium wohnen, so können Sie ebenfalls zu Heimchen oder Grillen greifen, da diese eine echte Abwechslung für die kleinen Nager darstellen. Zusätzlich bereitet es eine riesen Freude, den Süßen beim Jagen zuzuschauen. Sie können Ihrem Hamster auch getrocknete Bachflohkrebse oder aber unbehandelte Garnelen geben.

Auch Produkte mit Milch können Sie reichen, wobei Sie bedenken müssen, dass die meisten Hamster laktoseintolerant sind. Dosenmilch, Sahne und ganz normale Milch sind daher unverträglich und sollte auf keinen Fall gereicht werden. Magermilchjoghurt, Hüttenkäse oder aber Magerquark hingegen schon, da die Menge an Milchzucker nur sehr gering ist. Durch die enthaltenen Bakterien wirken die einzelnen Produkte sich sehr positiv auf die Verdauung der Hamster aus, wobei auch hier nur ein gestrichener Teelöffel pro Woche erlaubt ist. Kleine Stückchen von hart gekochten Eiern sind ebenfalls total gut geeignet, um die typische Nahrung etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

Was ist noch sehr wichtig bei der Ernährung für Hamster?

Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, dass Sie als Hamsterhalter die Zahnpflege Ihrer Tiere unterstützen. Frische Äste und Zweige sind dafür besonders gut geeignet und vertreiben zusätzlich die Langeweile. Des Weiteren sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Hamster immer frisches Wasser zur Verfügung hat, welches Sie mindestens einmal am Tag auswechseln sollten. Ob in einer kleinen Schüssel oder in einer speziellen Trinkflaschen zum Einhängen bleibt dabei Ihnen überlassen.

Snacks sollten Sie nur in wirklich sehr kleinen Mengen geben. Die gekauften Hamsterleckerchen sind in der Regel sehr ungesund. Sie enthalten Zutaten, welche für Hamster eigentlich nicht zur natürlichen Ernährung gehören. Experten raten daher von diesen Snacks ab. Sie haben jedoch immer noch die Möglichkeit, kleine Leckereien selbst herzustellen oder aber zu Gemüse und Obst zu greifen.

Erlebnisfutter für Hamster

Hamster, die in der freien Natur leben, verbringen viel Zeit mit der Suche nach dem passenden Futter. Sie sammeln es, um es anschließend zu bunkern. Aus diesem Grund sollten Sie das Futter nicht nur aus dem normalen Fressnapf anbieten. Betroffene Tiere würden so eher dick und träge werden.

Im Folgenden finden Sie einige Ideen, wie Sie mit Futter für Bewegung und Beschäftigung sorgen können:

Nagernapf für HamsterTrockenfutter sollte, wie bereits erwähnt, nicht im Napf gegeben werden. Die können es zum Beispiel im Käfig verstreuen. Ist der Hamster daran gewöhnt, sein Futter nur im Napf serviert zu bekommen, so sollten Sie Ihren Liebling langsam an das Suchen des Futters gewöhnen, indem Sie dieses erst um den Napf herum verstreuen und nach und nach immer größere Kreise ziehen. Des Weiteren kann das Trockenfutter ebenfalls versteckt werden. Ob in Heubergen, in sauberen Kartons oder aber in kleinen Pappröhrchen, in einem Holzlabyrinth sowie in kleinen Verstecken, hier werden der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hamster lieben ebenfalls individuell zusammengestellte Futterspieße. Dazu können Obst und Gemüse auf Metallspieße, welche für diesen Zweck gekauft werden können, aufgespießt und im Käfig aufgehangen werden.

Fazit

Damit Ihr Hamster stets gesund und munter bleibt, ist es wichtig die Ernährung auf seine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Überfüttern Sie ihn aber nicht und reichen Sie ihm die besonderen Leckereien ebenfalls immer nur in Maßen und nicht in Massen. Sorgen Sie für sauberes Wasser und machen Sie einmal am Tag den Käfig Ihres Lieblings sauber. Wenn Sie alles einhalten, werden Sie lange Freude an Ihrem Hamster haben und garantiert viele tolle Momente zusammen erleben.
Bildquelle: © tanya_morozz – shutterstock.com // © Weerawat Promchai – shutterstock.com

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