Katze ist schwanger – von der Deckung bis zur Aufzucht der Kitten

Kitten

Foto: Zhalabkovich Yauheniya – Shutterstock

Wer von der eigenen Katze als Haustier gar nicht genug bekommen kann, landet nicht selten früher oder später bei der Frage, ob denn von ihr (oder auch von ihm) Nachwuchs erwünscht ist. Kleine Nachbildungen des Lieblings quasi. Die Deckung und Aufzucht wirft allerdings umgehend weitere Fragen auf: Wer bezahlt die Tierarztkosten? Wer übernimmt die Verantwortung für die Vermittlung der Kitten? Und wie können Katze und Kater überhaupt am besten zusammen geführt werden, sodass die Zucht nicht nur nett gemeint, sondern auch artgerecht und sinnvoll ist? Zu all diesen Belangen soll unser folgende Beitrag einen ersten Überblick gewähren. Zum Beispiel worauf Katzenhalter achten müssen, wenn die Katze schwanger ist, sei dies nun gewollt oder ungewollt. Der Samtpfote gebührt schließlich wie jeder werdenden Mutter ganz besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Die Partnersuche: Speed-Dating für Katzen

Während sich Freigänger einfach selbst einen Partner suchen, beziehungsweise sich von einem finden lassen, hält sich das Liebesleben einer reinen Wohnungskatze doch sehr in Grenzen. Es sei denn, sie wird bewusst paarweise oder mit mehreren Tieren zur Zucht gehalten. Andernfalls obliegt es dem Halter die ersten Flirtkontakte vertretungsweise zu übernehmen.

Dabei spielt es durchaus eine Rolle, ob es sich bei der eigenen Katze um ein reinrassiges Tier handelt oder um eine nicht nachvollziehbare Kreuzung ohne jedwede Papiere und damit auch ohne Recht auf allzu große Ansprüche bei der Partnerwahl. Denn in der Regel suchen sich Halter reinrassiger Katzen bewusst Zuchtpartner, die anhand von Papieren die Rasse-Reinheit ihres Tieres wiederum bestätigen können. Dadurch wird der Nachwuchs ebenfalls reinrassig, somit deutlich wertvoller und kann entsprechend gewinnbringender verkauft werden.

Manch einem Katzenhalter mag dieser Aspekt der Zucht jedoch völlig egal sein, weil er die Kitten sowieso behalten will oder sich bereits Freunde und Bekannte als potentielle Abnehmer interessieren. Nichtsdestotrotz sollte allen voran genau diese Frage geklärt werden: Wie geht es mit den Kitten weiter, wenn sie alt genug sind? Wer übernimmt die Vermittlung?

Diese Fragen sind beim ersten Date zu klären

Üblich ist es, dass diese meisten Aufgaben dem Halter der Katzendame übertragen werden, denn dort wachsen die Kleinen wohlbehalten und gut sozialisiert bei der Mutter auf. Folglich ist dieser Haushalt bindend und im Prinzip entstehen dort auch alle Kosten: Vorsorgeuntersuchungen, Entbindung, Futter, Wurmkuren, Impfungen und so weiter. Der Kater ist eigentlich nach dem Deckakt fein raus, somit theoretisch auch sein Halter.

In der Praxis kommt es jedoch häufig zu Streitfällen, bei denen der eine Halter dem anderen gegenüber Ansprüche geltend macht. Um solche unnötigen Konflikte zu vermeiden, empfiehlt es sich vorab Übereinkünfte zu klären, im Idealfall schriftlich.

Ein sogenannter Deckvertrag klärt im Vorfeld alle wesentlichen Punkte:

  • Wird ein Deckpreis vom Kater-Halter erhoben? Wenn ja, in welcher Höhe und bis wann ist dieser fällig?
  • Ob und in welchem Verhältnis werden Tierarztkosten geteilt? Betrifft die Absprache nur die Kosten für das Muttertier oder auch sämtliche Behandlungen für die Kitten?
  • Übernimmt der Halter des Katers eine pauschale Beteiligung an den Futterkosten?
  • In welchem Verhältnis werden die Gewinne aus dem Verkauf der Kitten aufgeteilt?

Gemäß Deckvertrag werden relevante Nachweise fällig, wie etwa Ahnentafeln, Impfpässe, Chipnummern, Tierarztrechnungen sowie Angaben zu den Personalien der Halter. Die häufigste Art der Vereinbarung ist ein schlichter “Kauf der Deckleistung des Katers“, womit dessen Halter zwar keine weiteren anfallenden Kosten übernehmen muss, aber im Gegenzug auch keinen Anspruch auf Ertragsgewinne hat. Er bekommt lediglich die vereinbarte Summe und hat das Anrecht, die Kitten während der ersten Wochen zu besichtigen sowie diese als Referenz abzulichten.


Da es keine Erfolgsgarantie für den Deckakt gibt, finden sich in den meisten Verträgen entsprechende Klauseln, die den Kater-Halter hiervon freistellen. Er kann allerdings im eigenen Ermessen einen zweiten, kostenlosen Deckakt anbieten oder einen Teil der Summe zurück erstatten.

Bei der Partnersuche achten daher sehr viele Züchter auf bereits bewährte Kater. Sprich, mit denen schon gezüchtet wurde (dafür auch die Referenzen). Junge Kater, die zum ersten mal ins Gefecht stechen, stellen sich manchmal etwas ungeschickt an. Manche lassen sich von einer dominanten Katzendame gleich völlig verschrecken und wagen gar nicht erst den Versuch.

Hier gilt es für alle Beteiligten Geduld zu haben. Schließlich handelt es sich um fühlende Lebewesen, mit einzigartigen Charakteren und Geschichten. Jeder noch so wasserdichte Vertrag bewahrt keinen Katzenhalter vor der Individualität seines Lieblings. Es gibt jedoch ein paar Tipps, um das Techtelmechtel ein wenig anzuheizen.

Es muss nicht gleich der erst Beste sein…

Bei der Partnersuche gilt es, die Dinge nicht zu überstürzen. Bevor der Vertrag endgültig unterzeichnet wird, sollten sich die Halter ebenfalls im Klaren sein, ob ihre Tiere auch in sonstigen Belangen zueinander passen.

Dabei spielt zum Beispiel das Alter und die Größe eine wichtige Rolle. Grundlegend müssen auch beide Tiere einen sehr guten Gesundheitszustand aufweisen. Im Zweifelsfall sollte vorher noch einmal ein Tierarzt konsultiert werden, der Katze und Kater für miteinander paarungsfähig erklärt.

Und dann wäre da noch die Verfügbarkeit. Eine Katze wird normalerweise zweimal pro Jahr rollig. Im Fachkreisen spricht man von der Raunze. Diese dauert in etwa 8 bis 10 Tage, von denen die Katze jedoch nur 4 Tage fruchtbar ist. Die viel zu häufige Rolligkeit von Wohnungskatzen, Scheinträchtigkeiten und andere hormonelle Einflüssen, machen es den Haltern nicht immer leicht, den Zeitpunkt optimal abzupassen. In den besagten 4 Tagen zieht der Kater daher oftmals vorübergehend bei der Katze ein. So lässt sich die Wahrscheinlichkeit für einen Deckerfolg erhöhen. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss auch mehr Stress für die Tiere. Der Kater muss seine gewohnte Umgebung verlassen, die Katze hat plötzlich einen liebestollen Mitbewohner, der zudem höchstwahrscheinlich nicht rund um die Uhr willkommen ist.

Verträgt sich das verkuppelte Paar absolut nicht, sollte man auch Nichts erzwingen. Vielleicht war es einfach der falsche Zeitpunkt, vielleicht der falsche Partner, vielleicht aber auch schlichtweg zu viel Aufregung vor “dem ersten Mal“. Womöglich sind die Katzenhalter vor dem ersten Deckakt noch aufgeregter als die Tiere selbst – auch das kann sich als Stress übertragen und die Paarungsbereitschaft hemmen.
Katzenshop

Der Deckakt als Dienstleistung

In Deckverträgen ist tatsächlich von einer Dienstleistung des Katers die Rede. In freier Wildbahn passiert es eben einfach, ohne das unsereins viel davon mitbekommt. Doch wie sieht die Realität in der Wohnungshaltung aus?

Je nach Temperament aller Beteiligten schwankt die Situation zwischen Stress und Liebeswahn. (Nicht nur) die Tiere werden sehr stark hormonell gesteuert. Die Katze dreht wahrscheinlich schon ganz verrückt vor Rolligkeit, schabt sich an sämtlichen Ecken und Kanten, baut Nester und umsorgt die Kuscheltiere – der Kater kann nicht umhin, sie zu beschnüffeln und um ihre Gunst zu werben. Dabei ist der Stubentiger im Prinzip konkurrenzlos.

Ob der Kater nun bei dem Halter der Katzendame verweilt, oder umgedreht die Katze beim Halter des Katers (beides ist legitim), ob für wenige Stunden oder ein paar Tage: Der eigentliche Deckakt wird nie sofort vollzogen. Es beginnt mit einem kleinen Vorspiel, bei dem sich die Parteien näher kennenlernen, anstacheln und necken. Das Ganze geht eine Weile hin und her, bis sich die Katzendame letztlich dazu entschließt, sich erobern zu lassen. Denn nur sie bestimmt, wer ihr nah kommen darf.

Es macht wenig Sinn, die beiden währenddessen zu aufdringlich beobachten oder gar einzugreifen. Jede Störung würde das Zusammenspiel der Tiere stören. Häufig ziehen sie sich auch diskret zurück. Dann sollte man sie einfach eine Weile in Ruhe lassen.

Der Deckakt selbst dauert nur wenige Sekunden. Ein sanfter Biss in den Nacken, damit die Dame stillhält, sie streckt den Po etwas hoch und schon geschieht „Es.“ Die Katze wird dabei höchstwahrscheinlich aufschreien und sich plötzlich versuchen zu wehren. Zwar treiben sie ihre Hormone zur Paarungsbereitschaft, doch der Deckakt selbst schmerzt. Der Grund: Kater haben winzige Stacheln, auch Papillen genannt, am Penis. Der Schmerz löst wiederum den Eisprung bei der Katze aus.

Würden nun innerhalb besagter 4 Tage mehrere Kater die Katze decken, würde jedes Mal ein neuer Eisprung ausgelöst werden. Dies ist auch der Grund, weswegen Katzen von mehreren Katern gleichzeitig schwanger werden können. Je öfter also der Deckakt in dieser Zeit vollzogen wird, desto mehr Kitten können entstehen. Natürlich ist bei all dem auch auf das Wohl der Tiere zu achten.

Auf dem Vertrag mag das Ganze als Dienstleistung deklariert sein, für die Katzen ist es einfach ihr natürliches, artgerechtes Verhalten, dass sie so ausleben wollen, wie sie es für richtig halten. Der Mensch kann zwar Papiere kontrollieren, Verhandlungen führen, ein romantisches Kerzenlicht anzünden – aber Katzen sind und bleiben nun mal eben eigen.

Die Katze ist schwanger: Fressattacken und Stimmungsschwankungen

Mit der erfolgreichen Befruchtung ändert sich fortwährend der Hormonspiegel der tragenden
Katze. Und das über einen Zeitraum von etwa 58 bis 67 Tagen Tragzeit, auch Trächtigkeit genannt. Währenddessen wird die werdende Mutter sehr wahrscheinlich träger, vorsichtiger und sucht mehr als sonst eine instabile Mischung aus Streicheleinheiten und Rückzugsmöglichkeiten. Ihren Bedürfnissen sollte sie dabei möglichst beliebig nachgehen
dürfen.

So verhalten sich tragende Katzen

Säugende Katzen

Foto: Esin Deniz – Shutterstock

Die Katze spürt sehr wohl, dass in ihr etwas passiert und aktiv heranwächst. Erfahrene Muttertiere wissen natürlich, dass es sich dabei um ihre Kitten handelt. Eine Katze, die jedoch ihre allererste Tragzeit erlebt, mag von den neuen Eindrücken verunsichert sein. Sie sucht wahrscheinlich häufiger die Nähe ihres Halters, verlangt Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus haben auch die Vierbeiner gelegentlich Stimmungsschwankungen, werden plötzlich aggressiv, nur um dann gleich wieder gestreichelt werden zu wollen. Das liegt daran, dass der Körper empfindsamer wird. Eine zu kräftige Berührung mag nun unangenehm sein, vielleicht weil sie an der falschen Stelle auf den Bauch drückt, dagegen kann die richtige Form der Berührung für Linderung sorgen und die Tragzeit angenehmer gestalten.

Verhält sich die Katze jedoch ungewöhnlich auffällig, frisst zu wenig oder wird gar apathisch, muss umgehend der Rat vom Tierarzt eingeholt werden. Dieser kann abklären ob eine Mangelerscheinung vorliegt oder Probleme mit den Föten im Mutterleib.

Pflegetipps während Tragzeit bis zur Entbindung

Je runder und unbeweglicher die Katze wird, desto schwerer fällt es ihr, sich zu pflegen. Halter können ihre Samtpfote solange durch sanftes Bürsten und Massieren unterstützen. Frisches Trinkwasser ist zudem wichtiger denn je und prinzipiell bereit zustellen. Das Futter muss gegebenenfalls angepasst werden, zum Beispiel bei offensichtlichen Verdauungsschwierigkeiten oder wenn spontan Unverträglichkeiten auftreten. Bestimmte Futterzusätze mit erhöhtem Proteinanteil sowie Calcium, Magnesium und Leinöl helfen in solchen Fällen recht gut. Wer sich unsicher, sollte auch hier lieber den Tierarzt konsultieren.

Und nicht zuletzt sollte die trächtige Katze viel Ruhe genießen, aber nicht faul werden. Ein paar ungezwungene Spiele mit dem Katzenspielzeug halten bei Laune und lenken von den strampelnden Tritten im Bauch zumindest kurzzeitig ab.

Ist es dann endlich so weit, wird sich die Katze ein ruhiges Plätzchen suchen, wo sie sich sicher und wohl fühlt. Dazu kann ihr ein mit Decken ausgelegter Korb bereit gestellt werden oder Ähnliches. Die Unterlage sollte weich sein sowie gut saugfähig. Zur Entbindung selbst sind grelle Beleuchtungen, Lärm und hektische Bewegungen dringend zu vermeiden. Es gilt den Stress so gut wie möglich zu reduzieren.

Die Kitten werden in einem Abstand von einigen Minuten geworfen – eine immense Anstrengung für die Mutter, die in dieser Phase zwar unentwegt betreut werden sollte (zum Beispiel durch gut Zureden, für sie da sein), aber ansonsten nicht gestört werden darf. Dafür sind alle anderen Umstände im Blick zu halten, wie etwa das Austauschen nasser Laken gegen trockene, Hilfe beim Säubern der Frischgeborenen und natürlich die Nachsorge der Mutter mit frischem Trinkwasser, ganz viel Ruhe und Zeit zum Kennenlernen ihrer kleinen Wunder.

Die Aufzucht der Kitten

Sobald die Kitten geworfen werden, suchen sie normalerweise schnellstmöglich die Nähe zu ihrer Mutter. Diese wird, soweit es ihre Kräfte wiederum zulassen, zunächst die Augen und Nasen der Kleinen vom Schleim befreien, das Fell trocken lecken und somit auch Atmung und Verdauung anregen. Sollte sie selbst dazu nicht ausreichend in der Lage sein, muss menschliche Unterstützung her. Mit einem weichen, warm-feuchten Lappen lässt sich das Prozedere nachempfinden und der Nachwuchs angemessen willkommen heißen.

Der erste Gesundheitscheck

Sind alle soweit gut angekommen, sollte gleich der erste Gesundheitsscheck der Kitten erfolgen:

  • Leben und atmen sie?
  • Die Augen öffnen sich erst nach etwa 7 bis 10 Tagen, sollten solange also geschlossen sein.
  • Sind eventuell Körperteile auffällig verformt oder verfärbt?
  • Finden die Kitten selbst den Weg zur Mutter oder bleiben sie apathisch liegen?
  • Gibt es sonstige Auffälligkeiten, die sofortiger Behandlung bedürfen?

Wenn alles in Ordnung ist, gilt es unbedingt das Familienglück zu wahren, sprich alle Tiere dürfen sich in einen gemütlich und ausreichend großen Korb kuscheln, wo kein Jungtier herausfallen, die Mutter sich aber frei bewegen kann.

Sozialisierung während der Aufzucht

In den ersten Tagen geht es im Aufzuchtskorb wahrscheinlich noch ganz ruhig zu. Die Mutter erholt sich, die Kleinen fangen mit den ersten Laufversuchen an. Ansonsten wird gestillt und
geschlafen.

Das neue Kinderbett ist natürlich täglich zu säubern. Eine flache Schale mit Katzenstreu bietet gleich die erste Möglichkeit, um die Kitten stubenrein zu erziehen. Von der Mutter schauen sie sich deren Gewohnheiten ab und lernen schon bald, dass das eigene Gemach sauber zu halten ist.

Insofern ist die Sozialisierung der Kitten in den ersten Lebenswochen und -monaten maßgeblich prägend. In dieser Zeit bauen sie eine Bindung zum Menschen auf, zumeist spielerisch durch geeignetes Katzenspielzeug. Sie lernen mit Artgenossen umzugehen. Wie man sich selbst und andere putzt. Und vieles mehr, was das spätere Verhalten beeinflusst.

In manchen Fällen wird auch der Familienkater zur Aufzucht eingebunden. Zumindest wenn sich die Umstände der Halter dazu anbieten, kann dies ein großes Plus für die Sozialisierung der Kitten darstellen. Und gleichzeitig wird die frisch gebackene Mutter ein wenig entlastet.

Um die Bindung zum Menschen zu stärken, sollte dieser spielerisch aber auch erzieherisch tätig werden. Mit anderen Worten: Bereits klare Regeln im Haushalt durchsetzen, aber auch Möglichkeiten zum Entdecken und für spannende Abenteuer anbieten. Denn sobald die Kitten einmal laufen können, kommt richtig Bewegung ins Haus. Alles (also wirklich alles) will erforscht werden. Entsprechend “kittensicher“ sollten die Zimmer sein: Steckdosen sind mit Kindersicherungen schützen, giftige Pflanzen wegzuräumen, Lebensmittel und Medikamente unzugänglich zu lagern, Fenster und Türen nur unter Aufsicht zu öffnen und so weiter. Die Neugier einer Katze, wie jung sie auch sein mag, ist nicht zu unterschätzen. Die Kleinen sollten auf keinen Fall in irgendwelchen Spalten steckenbleiben können oder schlimme Stürze erleiden.

Den größten Teil der Erziehung übernimmt zwar die Katze beziehungsweise wenn möglich auch der Kater, der Mensch sollte seine Rolle allerdings gleich mit etablieren. Dies macht das weitere Zusammenleben mit dem Nachwuchs deutlich angenehmer.

Entwöhnung und Abgabe der Kitten

Katzenwurf

Foto: cottonstudio – Shutterstock

Gut sozialisierte Kitten, die zum Beispiel bereits stubenrein erzogen werden, lassen sich zudem leichter vermitteln. Frühstens mit 8 Wochen dürfen die Kitten abgegeben werden. Dies ist allerdings eine mehr als verallgemeinerte Faustregel, die keinerlei Rücksicht auf den individuellen Entwicklungsstand und die emotionale Reife der Kitten zulässt, geschweige denn auf die Bedürfnisse der Mutter. Jeden Tag, den die Katzenfamilie länger zusammen sein darf, festigt sich die soziale Kompetenz. Besser wäre es daher, die Kitten erst ab einem Alter von 10 oder gar 12 Wochen von der Mutter zu trennen. Wer Glück hat, darf sogar länger bleiben.

Die Entwöhnung von der Muttermilch ist das dahin abgeschlossen. Dies übernimmt die Katzenmutter selbst und wählt nach eigenem Ermessen den besten Zeitpunkt. Bis die Kitten abgegeben werden dürfen, sollten sie demnach in der Lage sein, Katzenfutter zu verzehren.

Die Abgabe erfolgt allerdings letztlich nach der Entscheidung des Halters, und dies in der Regel sehr abrupt. Im Idealfall kommen die neuen Besitzer bereits während der Aufzuchtphase eins-, zweimal zu Besuch und lernen ihren kleinen Liebling schon einmal etwas kennen.

Die Trennung selbst, also der Tag der Abholung, geht meist nicht ganz ohne Trennungsschmerz von statten. Ein Grund mehr, die Kitten nicht zu früh abzugeben. Sind sie nämlich ein schon ein wenig gelangweilt von der Kinderstube und die Mutter ein wenig genervt von der Betreuung, scheint die Trennung allen etwas leichter zu fallen. Dies sind allerdings sehr individuelle Aspekte, die am besten der Halter einschätzen kann, der alle Tiere in den vergangenen Wochen eingehend kennen gelernt hat.

Es liegt folglich auch in seiner Verantwortung die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sei es nun im Zuge der Grundimmunisierung und der Wahl des Kittenfutters oder bei sozialen beziehungsweise emotionalen Belangen. Nicht selten fühlt der Halter den Trennungsschmerz nämlich nicht minder, so sehr sind ihm die Kleinen ans Herz gewachsen. Man möchte am liebsten alle behalten. Und vielleicht darf sogar eines bleiben: Die neue Generation Lieblings-Samtpfote.