Umziehen mit der Katze – was gibt es zu beachten?

Mit der Katze umziehen

Foto: Jaromir Chalabala – Shutterstock

Mit jedem Umzug gehen große Veränderungen einher – für Mensch und Tier. Alte Brücken werden abgebrochen, neue errichtet und irgendwo dazwischen findet der emotionale Umschwung statt, der auch immer ein gewisses Maß an Stress bedeutet. Vor allem Katzen mit ihrem sanften Wesen leiden zum Teil stark unter den Umständen. Sind sie dazu noch an Freilauf gewöhnt, ändert sich für sie weit aus mehr als nur die Raumaufteilung. Wer mit seiner Katze umziehen möchte, sollte daher rechtzeitig die Bedürfnisse seiner Samtpfote berücksichtigen.

Vorbereitung auf den Umzug – merkt die Katze, was los ist?

Sobald die erste Kiste gepackt wird, schleicht die Katze – neugierig, wie sie nun einmal ist – um das vermeintliche Spielzeug und prüft, was hier vor sich geht. Doch die eigentlichen Vorbereitungen auf den Umzug beginnen bereits viel früher. Mit der Wohnungssuche und der Planung, ändert sich auch die Stimmung in der Familie. Katzen nehmen sogar in dieser Phase jede Laune war, sei es nun Vorfreude, Zweifel oder Wut.

Aus welchen Gründen auch immer der Umzug statt findet, Katzen spüren die nahende Veränderung. Da sie aber das Warum nicht verstehen, fällt es ihnen schwerer die Situation einzuschätzen. Folglich spiegelt sich häufig die allgemeine Stimmung der Vertrauenspersonen im Verhalten der Katze wider. Rennen alle gehetzt durch die Gegend, wird auch der kleine Vierbeiner nicht zur Ruhe kommen.

Stress-Symptome bei Katzen

Während sich ein Freiläufer vermutlich einfach nach draußen zurückzieht, um dort seiner gewohnten Beschäftigung nach zu gehen, bleibt dem Stubentiger nichts anderes übrig, als die räumlichen Gegebenheiten bestmöglich zu nutzen.

Je nach Charakter verkriechen sich die einen tagelang nur noch in Ecken, andere werden umso aufdringlicher, um auch ja nicht vernachlässigt oder gar vergessen zu werden. Beide Strategien deuten auf Stress bei der Katze hin. Ob sie nun beleidigt, ängstlich oder übereifrig reagiert.

Für uns Menschen scheint jedoch gerade die ängstlich wirkende Katze besondere Hingabe zu benötigen. Dabei bedarf jede Verhaltensauffälligkeit entsprechender Rücksicht auf das Tier. Schließlich benimmt es sich nicht grundlos so.

Besonders schwierige Fälle beginnen sogar das „Revier“ vermehrt zu markieren. Urinspuren am eingerollten Teppich oder dem eben verpackten Geschirr können dann schon mal die Gemüter auf beiden Seiten erst recht aufheizen. Wichtig ist, selbst in so einer Situation ruhig zu bleiben. Im Zweifelsfalls drückt die Katze nur ihre Verlustängste und den damit verbundenen Stress aus. Manche kratzen die Tapete herunter, andere werfen absichtlich alles um und aus der Samtpfote wird mal eben ein Trampeltier.

Präventive Behandlungsmöglichkeiten

Wer seiner Miez in dieser besonders aufregend Zeit helfen möchte, kann bereits bei den Vorbereitungen zum Umzug präventive Maßnahmen ergreifen. Einige Tierbesitzer schwören zum Beispiel auf Bachblütenmischungen, die speziell beruhigend wirken sollen.

Andere lenken die Katze mit neuem Spielzeug ab. Wodurch im Zweifelsfall jedoch weiterer, wenn auch positiver, Stress entsteht.

Entscheidender ist viel mehr, zwischen Umzugskisten und Möbelkatalogen ausreichend Zeit für das geliebte Haustier zu finden und diesem zu vermitteln, dass sich zwar alles drumherum verändert, aber das Vertrauen bleibt.

Frische Katzenminze am Kratzbaum, ausgiebige Streicheleinheiten und Spiele sowie möglichst lange die gewohnten Ruhe- und Schlafplätze an Ort und Stelle lassen, helfen in dieser Phase am meisten.
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Wohin mit der Katze beim Umzug?

Findet dann der eigentliche Umzug statt, betrifft dies in der Regel, nur ein, maximal zwei Tage. Freiläufer sollten unbedingt rechtzeitig heim geholt werden und die Tage vor dem Umzug auch nicht wieder raus dürfen. Das ist für die Tiere zwar nicht unbedingt schön, aber zum Umzug selber möchte natürlich keiner anfangen, noch stundenlang die Katze zu suchen.

Verwandte, Freunde oder auch Katzenpensionen, die bereits mit der Katze vertraut sind, bieten die beste Option, sie komplett aus der Umzugssituation herauszunehmen. Hier kann sie die Zeit verweilen, bis alles wieder so weit eingerichtet ist, dass sie zu ihrer Familie ins neue Heim ziehen darf.

Nicht jeder kann aber auf so eine Unterstützung zurückgreifen und daher muss die Katze eben den Umzug anderweitig gut überstehen. Der sicherste Ort ist immer der Transportkorb, der auch für den Weg zum Tierarzt genutzt wird und als solcher bereits bekannt ist. Mit einer weichen Kuscheldecke gepolstert, lässt es sich darin einige Zeit aushalten. Zumindest bis die restlichen Katzenutensilien eingepackt, der Weg zur neuen Adresse zurückgelegt und dort das Nötigste wieder ausgepackt ist.

Immer wieder befürchten Familien, es sei nicht gut ihr Haustier so lange einzusperren und lassen es dann zwischen Umzugshelfern, schweren Gegenständen und allerhand Gefahren frei herumlaufen. Dass dabei ständig die Türen offen sind, Autos hin und herfahren und Transportgut herunter fallen kann, wird dann oftmals erst zu spät realisiert.

Deswegen lieber auf Nummer sicher gehen, den Katzenkorb nutzen und in eine ruhige Ecke hinstellen, so dass die Katze zwar alles sieht, aber nicht bedrängt wird. Ihr hin und wieder gut zureden, Beschäftigung durch Leckerlis und kleines Spielzeug anbieten, sollte die vorübergehende Festnahme erträglich machen.

Allerdings unbedingt zu vermeiden sind Dämpfe aus Farben, Lacken und Reinigungsmitteln. Ob nun in der alten oder in der neue Wohnung: Haustiere dürfen sich nicht in Räumen aufhalten, die gerade mit chemischen Substanzen bearbeitet werden. Auch danach muss gründlich durchgelüftet sein.

Was gibt es in der neuen Wohnung zu beachten?

vertrautes Katzenbett

Foto: Alena Ozerova – Shutterstock

Jedes Haustier hängt an seinen gewohnten Plätzen und Abläufen. Dies vermittelt Geborgenheit, Halt und Sicherheit. Gerade für Katzen spielt es eine wesentliche Rolle, alles (halbwegs) genau so vorzufinden, wie es vorher war. Das wird natürlich in einer neuen Wohnung nicht immer möglich sein.

Feste Werte und eine Vertrauensbasis schaffen

Waren die Futternäpfe vorher in der Küche, sollten sie da wieder stehen. Das gilt ebenfalls für das Katzenklo im Bad oder den Kratzbaum in der Stube. Ruhe- und Schlafplätze sind besonders wichtig und sollten direkt einladend als Rückzugsmöglichkeit platziert sein.

Auch den bisherigen Tagesablauf gilt es einzuhalten, vor allem Fütterungszeiten, das Katzenklo gründlich zu säubern und natürlich die täglichen Schmuseeinheiten.

Selbst wenn der Fernseher noch nicht aufgebaut ist, das abendlich Kuscheln auf dem Sofa aber zum Ritual gehört, muss auch dafür Zeit und Platz sein.

Wer seine Samtpfote lange genug kennt, weiß worauf es bei der neuen Einrichtung ankommt. Große Überraschungen dagegen sind erst einmal zu vermeiden.

Zeit für die Eingewöhnungsphase

Selbst wenn der Wassernapf nicht mehr so schön aussieht und eigentlich mal ein neuer her soll: Ein Umzug ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt vertraute Elemente im Leben der Katze zusätzlich zu verändern.

Das Interieur kann noch so originalgetreu zu vorherigen Wohnung sein, und doch riecht es anders, fühlt sich anders an, wirft andere Schatten. Die kleinsten Unstimmigkeiten fallen Katzen auf, mal abgesehen davon, dass sie eh immer wissen, wenn etwas im Gange ist.

Womöglich liegt nun auch ein ganz anderer Fußbodenbelag, die Fenster sind größer und plötzlich ist da ein Balkon. So viele neue Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden. Kommt die Katze im Transportkorb an, kann dieser zunächst mit offener Tür abgestellt werden, so dass die Miez selber entscheiden darf, wann und wie weit sie sich herauswagt. Sie zu bedrängen oder zu locken, hat meistens wenig Sinn und erhöht nur wieder den Stressfaktor. Lieber in Ruhe den Dingen ihren Lauf lassen und abwarten, was passiert.

Nicht selten benehmen sich Katzen in den ersten Wochen nach dem Umzug noch auffälliger als vorher. Das Stress-Level ist deutlich gestiegen und sinkt nur nach und nach, bis schließlich von einem wirklichen Ankommen die Rede sein kann.

Neue Wohnung für die Katze

Foto: Ulza – Shutterstock

In dieser Zeit ist es besonders wichtig auf die Katze einzugehen. Ein paar Tage Urlaub sind sehr zu empfehlen, um gemeinsam die ganzen neuen Winkel und Ecken zu erkunden, Vertrautheit zu vermitteln und einfach füreinander da zu sein, wenn doch mal eine ungewohnte Situation das Gleichgewicht bedrohen sollte, und sei es nur die Türklingel, die einen fremden Ton von sich gibt.

Gerade in der Nacht werden Katzen gerne noch einmal aktiv, sobald alle anderen schlafen. Dann sollten sie die Möglichkeit haben, alle Zimmer in Ruhe zu durchstreifen und nicht unbedingt vor verschlossenen Türen stehen. Die Zimmer müssen noch nicht komplett eingerichtet sein, aber zumindest „katzensicher“ – sofern vor neugierigen Katzen überhaupt etwas sicher ist. Katzenklappe und Balkontür sollten in der Eingewöhnungsphase jedoch vorübergehend geschlossen bleiben. Wenigstens zwei, drei Wochen bis Mensch und Tier sich in der neuen Wohnung eingelebt haben.

Tipps für freilaufende Katzen

Einige Wochen in der Wohnung eingesperrt zu sein, kann für an Freilauf gewöhnte Katzen erst recht zur Tortur werden. Und doch nützt es nichts, wenn die Wohnung weiterhin als Domizil gelten soll. Hier sind Futter, Wärme und die ganze Familie. Da aber alles so neu ist, muss sich die Wohnsituation zunächst wieder etablieren.

Wer zu lange mit dem Freilauf wartet, riskiert jedoch eine unterforderte Katze, die im Zweifelsfalls nicht davor zurück schreckt, ihren aufgestauten Tatendrang an Möbeln, Tapete und Kleidung auszulassen.

Stattdessen sollte schrittweise die nahe Umgebung zum neuen Revier erkundet werden dürfen:
Wer die Möglichkeit hat, kann zum Beispiel über den Balkon mit Hilfe einer Rampe Zugang für die Katze schaffen
Die ersten Schritte nach draußen dürfen durchaus gemeinsam erfolgen
Am besten bietet sich ein ruhig gelegener Hinterhof an
Adressänderung am Halsband nicht vergessen!

Ändert sich durch die neue Wohnsituation auch der Freilauf, sind besondere Maßnahmen zu ergreifen. Je nach dem ob nun mehr oder weniger Möglichkeiten zur Verfügung steht, muss sich die Katze Zeit nehmen dürfen, sich umzustellen. Protest, gerade bei eingeschränktem Freiraum, bleibt leider nicht aus.

Mitunter kann ein Katzennetz am Balkon ein Kompromiss sein. Oder besonders tolle Klettermöglichkeiten innerhalb der Wohnung. Sei es nun ein großer Katzenbaum, Kratzwände oder eine Katzenhöhle – jedes Abenteuer ist willkommen. Katzengras, Naturmaterialien und Spiele werden die Katze wieder versöhnlich stimmen.

Wenn nicht, hilft vielleicht eine Katzenleine, um einen täglichen Spaziergang in der Gegend zu unternehmen. Der Anblick wirkt auf viele Passanten zwar befremdlich, aber wenn es Mensch und Tier gut tut, sollten sie sich nicht davon abhalten lassen. Einige Katzen mögen es jedoch gar nicht, wie ein Hund geführt zu werden. Sie wollen ihren eigenen Weg bestimmen.

Besitzer sollten daher vor einem Umzug genau abwägen, ob das Umfeld der neuen Wohnung für die Katze geeignet ist, welche Schwierigkeiten entstehen könnten und wie sie ihren Stubentiger möglichst glücklich machen ohne die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Schließlich kann die sensible Katze nur dann gesund und munter leben, wenn es der ganzen Familie gut geht.