Die Katzenklappe – Zugang für Stubentiger

Katzenklappe in einer Glastür

Foto: Nils Jacobi – Shutterstock

Oftmals steht für Katzenhalter eine wichtige Frage nicht nur vor der Anschaffung einer Samtpfote im Raum, sondern auch hin und wieder während der Haltung: Freigänger oder Stubentiger? Einerseits möchte man den kleinen Liebling in Sicherheit wiegen, bei sich in den eigenen vier Wänden, wo weder Autofahrer noch Infektionsgefahren lauern. Andererseits möchte man der Neugier und dem Abenteuerdrang der Katzen Freiraum gewähren, sie die Welt entdecken lassen und ihnen das Revier einräumen, das sie brauchen. Und so halten sich Vor- und Nachteile von freilaufenden Katzen beziehungsweise reinen Hauskatzen die Waagschale. Immer mehr Halter entschließen sich deshalb für einen Kompromiss: Die Katzenklappe. Als Zugang für Stubentiger eröffnet sie völlig neue Möglichkeiten, kann individuell installiert und genutzt werden. Doch wie gewöhnt man die Katze an die Klappe? Kommt sie auch wieder zurück? Oder öffnet die Klappe gar unerwünschten Besuchern die Pforten ins Eigenheim? Folgender Beitrag soll zeigen, was hinter der Katzenklappe steckt.

Wie funktioniert die Katzenklappe?

Das Prinzip Katzenklappe und Hundeklappe ist nahezu identisch. Einziger Unterschied: Die Katzenklappe ist kleiner und damit bestmöglich an die Körpergröße einer normalen Katze angepasst. Dank ihrer Geschicklichkeit passen aber auch etwas umfangreichere Exemplare meistens noch sehr gut durch die handelsüblichen Öffnungen.

Grundsätzlich wird in die Haustür ein Loch eingefräst und darin der Rahmen für die Katzenklappe eingepasst. Die Klappe selbst ist in beide Richtungen, also nach innen sowie nach außen hin, zu öffnen. Die klassische Version sieht dazu eine manuelle Betätigung vor. Oder mit anderen Worten: Die Katze schiebt mit ihrer Nase die Klappe zurück und kann sich dann durch die Öffnung schleichen. Danach schwenkt die Klappe in ihre Ausgangsposition zurück.

Die Vorteile: Das klappt mit der Klappe

Der wichtigste Vorteil der Katzenklappe ist, dass sie gänzlich nach Belieben von der Katze genutzt werden kann. Und zwar ohne das Zutun des Halters. Dieser kann entspannt seiner Arbeit nachgehen, weiter auf dem Sofa dösen oder sonstige Beschäftigungen wahrnehmen. Vor allem nachts ist es eine ungemeine Erleichterung, wenn der Vierbeiner nicht penetrant drängelt, weil er heraus will, bis sich endlich einer der Zweibeiner erbarmt aufzustehen und die Tür aufzuschließen.

Die Katze entscheidet frei, wann sie raus oder wieder rein geht. Nun ist auch nicht jeder Tag gleich. Je nach Wetter, Lust und Laune überlegen es sich Katzen gerne ganz spontan, ob sie jetzt sofort raus wollen oder vielleicht schon nach wenigen Sekunden wieder zurück. Womöglich bleibt die Katze auch die ganze Nacht weg und kehrt es in den frühen Morgenstunden wieder ein. Somit lindert die Katzenklappe das Zur-Stelle-sein für den Halter, der andernfalls oftmals unweigerlich unter dem Befehlsdogma seiner Diva steht.


Der Einbau einer Katzenklappe ist zudem relativ einfach und mit ein wenig handwerklichem Geschick schnell selbst erledigt. Bei Bedarf kann die Klappe von Innen blockiert werden. Die Anschaffungskosten sind recht überschaubar. Letztlich handelt es sich ja lediglich um einen Plastik- oder Metallrahmen mit schwenkbarer Klappe.

Die Nachteile: Eine zu große Klappe haben, ist auch nicht gut

Passt eine Katze durch die Klappe, bedeutet dies für Gewöhnlich im Umkehrschluss, dass gleichgroße Tierarten ebenfalls hindurch passen. Wie etwa Marder. Waschbären. Füchse. Oder fremde Katzen. Da die Klappe ja nun absichtlich nicht ständiger Kontrolle unterstehen soll (sonst könnte man genauso gut manuell die Tür auf und zu machen), können folglich unbemerkt unerwünschte Gäste ins Haus gelangen.

So manche streunende Tiere wurden schon beim Hausfriedensbruch ertappt, weil sie sich heimlich durch die Katzenklappe Zugang verschafft hatten. Meist sind es Tiere auf Futtersuche, manchmal auch paarungswillige Artgenossen. Oder einfach nur Kleintiere, die Schutz gesucht haben. Dennoch gehört der Zugang über die Katzenklappe theoretisch nur dem eigenen Haustier, nicht der halben Nachbarschaft.

Hinzu kommt, dass, so leicht der Einbau auch sein mag, er sich nicht direkt rückgängig machen lässt. Wenn das Loch einmal in der Tür ist und Halter oder Katze überlegen es sich dann doch wieder anders, helfen zwar notfalls angenagelte Bretter, aber eigentlich muss eine neue Tür her. Und dann wird es wohl oder übel doch teuer. Der Einbau einer Katzenklappe will also gut überlegt sein und als langfristige Lösung dienen.

Obendrein kommt mit der Katzenklappe auch stets eine gewisse Kälte mit ins Haus. Die Klappe schließt nie Maßgenau, sie soll ja beweglich bleiben. Gleichzeitig ist sie weder gedämmt, noch bietet sie sonderlich Widerstand.

Wer befürchtet, die Katzenklappe erleichtert Einbrechern den Zugang zur Wohnung, sollte die Tür mit runden Griffen ausstatten anstelle einer Klinke, immer zuschließen und bedenken, dass die Klappe weit unten am Boden ist. Im Zweifelsfall berät die Versicherungsgesellschaft des Vertrauens bestimmt gerne dazu.

Die neusten Technologien für Katzenklappen

Um die Nachteile zu beseitigen, jedoch nicht zu Lasten der Vorteile, haben sich die Hersteller der Katzenklappe so manche Tricks einfallen lassen. Neuste Technologien setzen dabei auf ein Transpondersystem. Hierfür wird die Katze am Halsband mit einem Chip ausgestattet, der über einen Sensor an der Klappe verifiziert wird. Somit hat nur die Katze, die einen zugelassenen Chip trägt, Zugang über die Klappe. Anderen Tieren bleibt die Tür verschlossen. Die Klappe wird quasi abgeriegelt und erst bei einem in der Nähe erkannten Signal entriegelt. Der Transponderchip funktioniert in beide Richtungen, so dass die Samtpfote weiterhin uneingeschränkte Bewegungsfreiheit genießt. Im schlimmsten Fall huscht mal eine äußerst anhängliche Katze mit ins Haus, weil sie direkt der hauseigenen hinterher ist.

Derartige Installationen lassen sich zudem individuell programmieren. Ist die Katze zum Beispiel rollig, soll aber nicht gedeckt werden, kann der Chip entweder vom Halsband vorübergehend entfernt oder via Hightech-Katzenklappe gesperrt werden. So könnte eine Zweitkatze mit eigenem Chip noch weiterhin die Klappe nutzen, die rollige aber muss drin bleiben. Auch im Krankheitsfall oder in besonderen Situationen sind solche Zusatzfunktionen durchaus praktisch.

Mietrecht für Katzenhalter: Darf die Katzenklappe überhaupt eingebaut werden?

Katzenklappe in einer Holztür

Foto: Von Chamrasamee – Shutterstock

Wie schon erwähnt, ist der Einbau einer Katzenklappe nicht so einfach rückgängig zu machen. Gerade bei Mietwohnungstüren stellt dies ein großes Problem dar. Man kennt ja Katzen-Netze am Balkon, Rampen, um auf das Fensterbrett zu gelangen – aber eine Katzenklappe an der Haustür? Das geht vielen Vermietern dann doch zu weit.

Grundsätzlich muss der Vermieter, respektive Hauseigentümer, der Haltung von Haustieren zustimmen. Dies betrifft vor allem Katzen und Hunde, da diese in der Regel größere Sachschäden verursachen können. Die Haustür wird obendrein nicht nur vom Katzenhalter genutzt, sondern auch von den Nachbarn beziehungsweise anderen Mietparteien. Einige fühlen sich womöglich gestört, wenn die Katze im Treppenhaus miaut, andere haben eine Katzenhaarallergie und wollen deswegen so wenig Kontakt wie möglich. Tatsächlich kann aber genau dann die Katzenklappe für eine Entschärfung der Situation sorgen. Statt dass die Miez stundenlang lautstark Einlass fordert, schlüpft sie einfach schnell selbst ins Haus und in ihre Wohnung.

Bevor eine Katzenklappe eingebaut wird, ist dennoch die schriftliche Zustimmung des Vermieters einzuholen. Dieser wird sich eventuell mit den anderen Mietern abstimmen oder zumindest Rücksprache halten. Mit der Genehmigung geht zudem in der Regel die Auflage einher, dass der Zustand der Mietsache – also der Tür(en) – beim Auszug wieder im Originalzustand herzustellen ist. Sprich, den Neueinbau inklusive Kosten und Montage sowie Entsorgung der alten Tür muss der Katzenhalter übernehmen.

Mitunter bietet sich statt der Vordertür alternativ die Kellertür oder die Tür zum Hof an. Hier hat die Katze nicht nur einen sichereren Zugang, sie stört auch weniger und die Türen sind meist günstiger.

Befinden sich mehrere Katzen im Haus, könnte man sich die Kosten teilen und zum Beispiel jeweils einen Chip pro Katze einprogrammieren. Die Transpondersysteme können in der Regel ohnehin mehrere Chips speichern und erkennen. Von daher sollte der Katzenklappe nichts mehr im Weg stehen. Jetzt muss nur noch die Katze mitspielen.

Die Katze an die Klappe gewöhnen

Katzenspielzeuge als Motivation dienen, wobei die Katzenklappe in das Spiel einbezogen wird. Beispielsweise verschwindet die Quietschemaus am Faden durch die Öffnung und es gibt nur einen Weg ihr nachzujagen…

Anwendungstipps für die Katzenklappe

Nutzt die Katze dann guter Dinge ihren neuen Zugang, kommen ein paar weitere, wenn auch kleinere Problemchen auf. Zum Beispiel Dreck, meist in Form von Pfotenabdrücken. Eine Schmutzfangmatte vor der Katzenklappe kann hier Abhilfe schaffen und zumindest den gröbsten Schmutz und Nässe aufnehmen.

Allerdings hilft selbst die beste Matte nicht bei treuherzigen “Geschenken“. Freilaufende Katzen bringen gerne ein kleines Andenken von Draußen mit, zum Beispiel mehr oder weniger tote Vögel und Mäuse. Mit etwas Glück werden diese auf der Matte zumindest abgelegt. Einige Katzen tragen sie aber auch gerne ins Haus. Da hilft nur, Augen zu und durch, in dem Wissen, dass es der Katze ein wichtiges Anliegen ist und sie es tatsächlich nur gut meint.

Außerdem ist darauf zu achten, dass die Katzenklappe als Zugang für den Stubentiger immer frei zugänglich ist, der kleine Liebling nirgends hängen bleiben oder sich verletzen kann und sollte das Halsband samt Chip verloren gehen, nicht allzu lange vor der Klappe ausharren muss. Auch wenn die Katzenklappe viel Komfort bietet, entbindet sie niemals von der Pflicht, auf den Schützling aufzupassen und sich um ihn zu kümmern. Mit Geduld und Hingabe ist die Klappe dann aber ein tolles Extra für beide Seiten.
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