Der richtige Degukäfig

DegukäfigDie aus Chile stammenden Degus, welche mit den Meerscheinchen verwandt sind, begeistern in Deutschland und anderen Ländern die Menschen. Kein Wunder, denn die kleinen quirligen Nagetiere haben einen tollen Charakter und sind einfach spannend zu beobachten. Bereits seit den 80er Jahren werden die kleinen Racker als Haustiere in kleinen Gruppen gehalten, was jedoch eine nicht einfach zu lösende Aufgabe ist. Degus sind in Sachen Haltung besonders anspruchsvoll, sodass jeder, der sich für diese Tiere entscheidet, viel Verantwortung übernimmt. Nicht nur die Ernährung muss stimmen und abwechslungsreich sein. Neben der Ernährung spielt der richtige Degukäfig eine besonders wichtige Rolle und genau darum geht es in diesem Artikel. Der perfekte Degukäfig sollte also nicht nur groß genug sein, auch die Einrichtung muss passen, um den Tieren den Alltag so schön wie nur möglich zu gestalten.

Die Größe vom Degukäfig

Degus gehören zu den Nagetieren, die viel Platz zum Klettern, Herumtollen und Spielen brauchen. Allgemein kann man sagen, dass die Unterkunft, welche von zwei bis vier Degus bewohnt wird, eine Grundfläche von mindestens 120-150 cm x 60-80 cm haben sollte, wobei die Höhe zwischen 100 – 150 cm optimal wäre. Dabei handelt es sich allerdings um die Mindestmaße, denn größer ist auch immer besser und bietet sowohl Ihnen als auch Ihren Lieblingen wesentlich mehr Möglichkeiten. Ein Degukäfig sollte zusätzlich in mindestens drei Etagen eingeteilt sein. In einem großen Käfig können sich die kleinen Racker schön austoben und miteinander spielen. Der Stress unter den Tieren hat so auch keine Chance, sodass Revierkämpfe nahezu nicht vorkommen. Ein großer Käfig ersetzt allerdings auf keinen Fall den Freilauf, welchen Sie Ihren Degus bitte so oft wie nur möglich bieten sollten.

Alle Fakten in der Übersicht:

– Grundfläche: mind. 120-150 cm x 60-80 cm
– Höhe: 100 – 150 cm
– drei Etagen
– je größer , desto besser

Die unterschiedlichen Unterkunftstypen für Degus

Man kann Degus in verschiedenen Unterkünften halten. Hier spielt das Material natürlich eine besonders große Rolle, da Degus gerne alles anknabbern und somit auch kaputt bekommen können. Welche Möglichkeiten es gibt, stellen wir Ihnen im Folgenden genauer vor:

Die Kleintierkäfige und Chinchillakäfige für Degus

Kleintierkäfige sind in der Regel nicht besonders gut für die Haltung von Degus geeignet. Das vor allem aus dem Grund, weil die Bodenwannen der meisten Kleintierkäfige aus Plastik sind und sie von den Degus auf kurz oder lang entdeckt und zerknabbert werden. Des Weiteren ist das Gitter oft mit Kunststoff beschichtet, was beim Knabbern der Degus abgehen würde und somit von den Tieren unter Umständen herunter geschluckt wird und gefährlich werden könnte. Chinchillakäfige sind da besser geeignet, weil die Bodenwanne bei diesen Käfigen aus Metal ist. Da es sich bei Chinchillas auch um nagewütige Racker handelt, sind diese Käfige speziell entsprechend dieser Anforderungen hergestellt worden. Optisch schön ist aber wohl etwas anderes, wobei hier natürlich die Geschmäcker unterschiedlich sind und weit auseinander gehen.

Die Aquarien und Terrarien

Auch ein Aquarium oder Terrarium wird für die Haltung von Degus gerne verwendet. Das natürlich nicht ohne Grund. Vor allem der Anblick einer Unterkunft aus Glas ist toll und praktisch ist diese Möglichkeit ebenfalls. Wichtig ist es allerdings, dass diese groß genug sind, was in dem Fall natürlich nicht wirklich einfach ist, da große Aquarien und Terrarien schon sehr ins Geld gehen. Des Weiteren sind diese gut zu reinigen und das Beobachten der Degus ist uneingeschränkt möglich. Zusätzlich ist Glas nagersicher, sodass die Sicherheit vor einem Ausbruch der Tiere auch gewährleistet ist. Doch diese Unterbringungsmöglichkeiten haben nicht nur Vorteile für die kleinen Haustiere. Hier kann es schnell passieren, dass an den Rändern das Gummi abgeht, was dazu führt, dass sich die Kleinen an den kleinen Rillen verletzen können. Die Glasbehälter haben aber den Vorteil, dass die Umgebung sauber bleibt, denn Degus buddeln gern, wobei das Einstreu umherfliegt.
Aufgrund der Tatsache, dass ein Aquarium nicht besonders hoch ist, nutzen viele die Möglichkeit, dieses mit einem Gitterkäfig zu kombinieren und einen Aufsatz zu bauen. So bekommen die Degus auch die Möglichkeit, sich in die Höhe zu bewegen und den Platz zu nutzen. Auch hier gilt natürlich, je größer, desto besser ist es für die Tiere.
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Das Degugehege selber bauen

Immer mehr Deguhalter entscheiden sich mittlerweile, die Unterbringungen ihrer Lieblinge selber zu bauen. Kein Wunder, denn hier werden der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt und es ist möglich, den vorhandenen Platz, wie zum Beispiel eine Nische im Wohnzimmer, optimal zu nutzen, um den Tieren somit möglichst viel Platz zu bieten. Bei der Auswahl des Materials sollten Sie vor allem darauf achten, dass dieses den Deguzähnen standhalten kann, sodass Holz nur unter bestimmten Umständen die richtige Wahl wäre. So gibt es zum Beispiel beschichtete Spanplatten, welche den Tieren durch die glatte Oberfläche keinerlei Angriffsfläche bieten. Ecken und Kanten können Sie dabei zum Beispiel mit Aluminiumleisten oder Benagen schützen, wobei Glasplatten natürlich noch besser wären. Diese kann man sich entweder anfertigen lassen oder man schaut, dass das Gehege entsprechend der Glasscheiben, welche im Baumarkt gekauft werden können, angepasst wird. Arbeitet man mit Draht, so sollten die Maschen nicht zu groß sein, da Degus zum einen gerne Knabbern, zum anderen jedoch auch ihren Kopf versuchen werden, hindurch zu stecken, was natürlich für die Tiere sehr gefährlich werden kann. Es gibt jedoch auch Portale mit Bauanleitungen. Viele Besitzer bauen eine zusätzliche Unterkunft, die im Sommer im Garten aufgestellt werden kann, wobei Vorsicht geboten ist, denn es wäre nicht das erste Mal, dass sich die kleinen Nagetiere befreien und ausbrechen.

Der perfekte Standort

Nicht nur das Gehege an sich ist wichtig für die artgerechte Deguhaltung. Auch der Standort der Unterkunft spielt eine enorm wichtige Rolle und sollte daher auf keinen Fall unterschätzt werden. So sollten die kleinen Racker nicht unbedingt neben den Fernseher oder die Hi-Fi-Anlage gestellt werden, der der Lärm einfach zu viel für die empfindlichen Ohren wäre. Da Degus zu den tagaktiven Tieren gehören, brauchen sie auch viel Licht. Neben den hellen Plätzen sollten Sie jedoch auch dafür sorgen, dass es im Gehege Schatten gibt, sodass sich Degus auch mal zurück ziehen können, um sich etwas auszuruhen. Des Weiteren sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es im Gehege nicht zu warm wird. Ein Platz, an dem der Käfig im Sommer mitten in der Sonne steht, sollte also nicht gewählt werden. Ansonsten könnten die kleinen Nager einen Hitzeschlag bekommen, an dem Sie sogar sterben können. Des Weiteren ist es wichtig, dass die Unterkunft für die Tiere in einem rauchfreien Raum aufgestellt wird, denn Zigarettenqualm ist nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Tiere sehr gesundheitsschädlich.

Der perfekte Standort:
– nicht in die direkte Sonne
– nicht an Orte, an denen es zu laut sein könnte
– sorgen Sie für Schattenplätze
– viel Licht

Die Einstreu sowie Nistmaterial für Degus


Degus gehören zu den Nagetieren, die nicht nur alles anknabbern, sondern auch gerne und ausgiebig graben. So bestand die Hauptaufgabe der Degus in freier Wildbahn darin, sich einen Bau zu bauen, in welchem die Jungtiere geboren und aufgezogen werden. Auch in menschlicher Obhut wollen die Degus diesem Instinkt nachgehen und sollten auch die Möglichkeit dazubekommen, da auch dieser Punkt zur artgerechten Haltung gehört. Mit der passenden Einstreu können Sie Ihren Tieren genau diese Möglichkeit bieten, wobei Sie darauf achten sollten, dass die Schichten entsprechend hoch sind und mindestens 15 cm betragen. Auch hier gilt, je höher die Einstreu, desto besser für die Tiere. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die Menge der Einstreu an, auch die Beschaffenheit ist sehr wichtig, damit die Nagetiere es überhaupt zum Graben nutzen können.

Welche Einstreu passt zu Degus?

Die meisten Deguhalter verwenden die ganz typischen Einstreuprodukte aus dem Zoofachhandel, welches unter dem Namen Kleintiereinstreu bekannt ist. Dabei handelt es sich um Hobelspäne, welche kostengünstig sind. Des Weiteren ist es nicht nur günstig, sondern eicht im Eigengewicht und kann zusätzlich kompostiert werden. Allerdings fallen die gebuddelten Gänge immer wieder in sich zusammen, sodass diese nicht besonders stabil sind. Die Ausbesserung durch etwas Heu macht die Gänge jedoch etwas stabiler. Zusätzlich ist für Allergiker aufgrund des doch recht hohen Staubanteils von den Einstreuprodukten Vorsicht geboten.

Auf keinen Fall sollten Sie Ihren Lieblingen die im Zoofachhandel angebotene Hanfstreu geben. Diese ist zwar staubfrei und somit vor allem bei Allergikern hoch im Kurs, hier ist jedoch keinerlei Stabilität vorhanden. Das gilt ebenfalls für Strohpellets und Buchenholzgranulat, sodass auch diese völlig ungeeignet sind. Diese Produkte lassen sich allerdings unter die normale Einstreu mischen, sodass Höhlen und kleine Gänge stabiler werden.
Besonders gut geeignet sind die Einstreuprodukte auf Baumwollbasis, welche ebenfalls in vielen Zoofachgeschäften oder online zu finden sind. Diese Produkte sind sowohl staubfrei als auch besonders stabil. Das liegt daran, dass die einzelnen Fasern die Eigenschaften besitzen, sich miteinander zu verbinden, sodass die Gänge und Höhlen nicht mehr einstürzen werden. Des Weiteren ist die Geruchsbindung positiv hervorzuheben, was den durchaus höheren Preis gerechtfertigt.

Buddelkiste bei Platzproblemen

Wenn der Degukäfig keine Bodenwanne hat, welche hoch genug ist, um den Tieren diese Buddelmöglichkeit zu bieten, gibt es ebenfalls Möglichkeiten, um den Tieren eine Freude zu machen. So können Sie Ihren Lieblingen zum Beispiel eine Buddelkiste anbieten. Am besten eignet sich zum Beispiel ein kleines Aquarium, welches nun in den Degukäfig gestellt werden kann. Dieses füllen Sie nun mit einer Mischung aus Torf und Sand, wobei diese leicht angefeuchtet wird. So können Sie gewährleisten, dass die Gänge schön stabil bleiben. Des Weiteren können Sie auch Rindenmulch in die Buddelkiste geben, wobei die größeren Stücke des Mulchs natürlich ebenfalls eine gelungene Abwechslung zum Nagen darstellen. Ungedüngte Blumenerde stellt eine weitere Alternative dar, wobei auch diese leicht feucht sein sollte. Sollte die Buddelkiste von den Maßen her zu groß sein, können Sie diese auch immer mal wieder herausnehmen und sie somit nur ab und zu anbieten, was den Tieren eine tolle Abwechslung bietet.

Das Nistmaterial für Degus

Viele Degus möchten Höhlen und Gänge anschließend noch gemütlicher haben und polstern diese entsprechend aus, sodass Sie Nistmaterial zur Verfügung stellen sollte. Die meisten Tiere greifen hier zu Heu, welches optimal und zusätzlich schön gesund ist. Außerdem sollte Heu durchgehend zur Verfügung stehen, denn es wird gerne gefressen und dient daher al gesunder Snack für zwischendurch. Allerdings spielt die Qualität des Heus eine sehr wichtige Rolle. Es sollte auf jeden Fall frisch riechen, da es ansonsten schon feucht geworden ist und schimmeln kann. Bevor Sie das Heu in den Käfig Ihrer Lieblinge geben, sollten Sie jedoch nicht nur die Riechprobe machen, sondern auch schauen, dass keinerlei Plastikteile oder scharfe Gegenstände enthalten sind, was leider in der Vergangenheit ebenfalls immer mal wieder vorgekommen ist. Des Weiteren können Sie Ihren Degus als Nistmaterial als Küchenpapier oder Toilettenpapier anbieten, wobei dieses unbedruckt und frei von Duftstoffen sein muss. Bitte lassen Sie jedoch die Finger von Hamsterwatte, hier besteht die Gefahr, dass sich die Tiere Gliedmaßen abschnüren.

Die perfekte Einrichtung für Degus

DegusNeben der Unterkunft für Ihre Degus und dem großzügigen Platzangebot ist natürlich auch die Einrichtung nicht zu vergessen. So sollte der Degukäfig immer mehrere Etagen aufweisen, um den Platz optimal zu nutzen und den Tieren somit viele tolle Möglichkeiten zu bieten. Die einzelnen Etagen sollten dabei mindestens 35-40 cm auseinander liegen, wobei diese möglichst groß sein sollten. Haben Sie nun Angst haben, dass Ihre Lieblinge mal abstürzen könnten, können Sie die Möglichkeit nutzen und zusätzlich kleine Hängematten aufhängen. Diese bieten im Übrigen nun noch tolle Spiel- und Klettermöglichkeiten für die kleinen Nagetiere. Die Verbindungen zwischen den Etagen können mit Stämmen, Brücken und kleinen Öffnungen erschaffen werden.

Die Grundausstattung nicht vergessen

Natürlich dürfen die Produkte in Sachen Grundausstattung ebenfalls nicht fehlen. Dazu gehören unter anderem der Futternapf, welcher am besten aus Keramik oder Ton sein sollte sowie der Trinknapf. Von Plastik ist abzusehen, da die Näpfe von den Tieren angefressen werden und es beim Plastik schnell gefährlich wird. Achten Sie darauf, dass die Näpfe nie zu klein sind und dabei auch gerne ein höheres Gewicht auf die Waage bringen, damit die kleinen Racker diesen nicht umkippen können. Das gleichzeitige Fressen aller Degus sollte bei der Größe mit einbezogen werden, da es ansonsten zu kleinen Kämpfen kommen könnte. Wenn sie nicht zu Wassernäpfen greifen wollen, eignen sich Trinkflaschen, wobei diese nur von außen an den Käfigen befestigt sein sollten, da auch bei diesen Produkten das Plastik schnell gefährlich werden kann.

Zubehör für Ihre Degus

Bei der restlichen Einrichtung können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, denn hier ist alles erlaubt, was keine Gefahren mit sich bringt. Ob Dinge aus Holz, Ton, Kork oder unbehandelter Pappe, erlaubt ist was gefällt und was nicht aus Kunststoff gefertigt wurde. Besonders beliebt sind Hängebrücken, Äste, Tunnel aus kork oder andere Versteckmöglichkeiten. Heben Sie doch mal Kartons auf, auch diese werden mit Leidenschaft zerlegt und bringen den Kleinen besonders viel Freude in ihren Alltag.
Da sich Degus gerne und sehr viel bewegen, können Sie die Tiere mit einem Laufrad ebenfalls sehr glücklich machen. Auch die Laufteller eignen sich als Zubehör für den Degukäfig besonders gut. Bei Kauf von einem Laufgrad für Degus sollten Sie aber darauf achten, dass dieses unbedingt sicher ist und die Tiere nicht hängen bleiben können. Die Sprossen der Teller oder Laufräder sollten also auf keinen Fall zu weit auseinander sein. Des weiteren sollten Sie dringend auf die Größe vom Laufrad achten. Diese dürfen auf gar keinen Fall zu klein sein, wie es zum Beispiel die Hamsterlaufräder oder bei den Modellen für kleine Rennmäuse der Fall ist. Zu kleine Laufräder für Degus können bei den Tieren zu Haltungsschäden und starken Schmerzen führen. Experten raten daher zum Kauf von einem Laufrad, welches einen Durchmesser von mindestens 30 cm aufweisen sollte.

Unser Fazit zum Thema Deguunterkunft

Degus sind niedliche kleine Nagetiere, die in Sachen artgerechter Haltung aber hohe Ansprüche an ihre Halter haben. Dieser Tatsache sollten Sie sich von Anfang an bewusst sein und auch die Ausstattung ist nicht unbedingt günstig. Möchten Sie Ihren neuen Haustieren eine artgerechte Haltung ermöglichen, werden Sie an diesen kleinen und quirligen Geschöpfen jedoch sehr viel Freude haben. Achten Sie jedoch nicht nur darauf, dass im Käfig alles perfekt ist, sondern ermöglichen Sie den Degus so oft es geht einen Freilauf in der Wohnung, wo natürlich auch alles kleintiersicher sein muss.

Fotoquelle: Nikita Shevchenko / Shutterstock.com # Vishnevskiy Vasily / Shutterstock.com